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Einblicke und Praxisimpulse unseres Diagnostikteams: Warum ist Eignungsdiagnostik mehr als nur ein Auswahlverfahren?

Einblicke und Praxisimpulse unseres Diagnostikteams: Warum ist Eignungsdiagnostik mehr als nur ein Auswahlverfahren?

Ein Interview mit Maja Krause, Viktoria Trinks, Susanne Sayer, Simone Weihrauch und Michaela Harbich (Team Eignungsdiagnostik der INFO GmbH)

In der INFO GmbH steht die Verbindung von Fachwissen und persönlicher Beratung im Mittelpunkt. Unser Team im Bereich Eignungsdiagnostik begleitet Unternehmen seit mehr als 30 Jahren dabei, Talente zu erkennen, zu fördern und langfristig zu binden. Erhalten Sie von fünf unserer Kolleginnen – Maja Krause, Viktoria Trinks, Susanne Sayer, Simone Weihrauch und Michaela Harbich – Einblicke in ihre Arbeit. Erfahren Sie, warum Eignungsdiagnostik in Unternehmen und Behörden für sie ein Herzensthema ist, lernen Sie von Praxisbeispielen anderer Unternehmen und nehmen Sie diese vier zentralen Erkenntnisse für Ihre Personalauswahl und – entwicklung mit:

Auswahl ist immer Verantwortung: es werden Entscheidung mit weitreichenden Folgen für persönliche Lebenswege und Unternehmenserfolg getroffen. Sorgfalt und Menschlichkeit sind daher Grundvoraussetzung.

Strukturierte Verfahren statt Bauchgefühl helfen Vorurteile zu reduzieren, Transparenz zu schaffen und Menschen wirklich gerecht zu werden: Methodische Klarheit ist ein Beitrag zu mehr Wertschätzung und Bindung an das Unternehmen.

Jede Organisation braucht ihre eigene Lösung: Erfolgreiche Auswahlprozesse entstehen dort, wo genau zugehört wird, Anforderungen sauber analysiert werden und Lösungen sowohl wissenschaftlich fundiert als auch alltagstauglich sind.

Gute Auswahl denkt in Potenzialen: Der Fokus liegt nicht nur darauf, ob jemand „passt“, sondern welches Potenzial sich entfalten kann. Stärkenorientierte Auswahl schafft die Basis für nachhaltige Entwicklung – für Mitarbeitende ebenso wie für Unternehmen.

Victoria Trinks und Maja Krause leiten als Doppelspitze das Diagnostikteam und geben regelmäßig kostenfreie Online-Impulse. Seien Sie auch bei dem nächsten Format „Mit Köpfchen statt Bauchgefühl“ am 28.04 dabei! 

Wir haben das Team gefragt:

„Eignungsdiagnostik klingt ja recht wissenschaftlich und kann schnell trocken wirken. Warum ist das für euch ein Herzensthema?“

Susanne Sayer: „Wenn wir über Eignungsdiagnostik sprechen, denken viele an Tests oder Schubladendenken. Auch ich, als Praktikerin habe, als ich vor vielen Jahren bei der INFO angefangen habe neue Erfahrungen und Einblicke dazu erhalten. Ich war zuvor selbst in unstrukturierten Auswahlverfahren involviert und habe gesehen, wie viele Menschen nach kurzer Zeit wieder gehen oder unglücklich im Job sind. Da hilft Eignungsdiagnostik. Wir sprechen über Menschen. Über Hoffnungen, Chancen und berufliche Wege. Das begeistert mich.“

Victoria Trinks: „Was uns im Team verbindet, ist die Überzeugung: Jede Organisation ist anders. Jede Rolle ist anders. Und jeder Mensch sowieso. Deshalb hören wir genau hin. Wir fragen nach. Wir hinterfragen Annahmen. Und wir entwickeln Lösungen in der Kundenbetreuung, die nicht nur methodisch fundiert, sondern auch menschlich stimmig und im Alltag umsetzbar sind.“

Maja Krause: „Schon während meines Studiums hatte ich einen wirklich inspirierenden Professor für psychologische Diagnostik. Wir haben mit ihm damals direkt mit einem Unternehmen zusammengearbeitet, also gar nicht so weit weg von dem, was ich heute täglich mache. Ich habe gemerkt, ob jemand einen Job bekommt oder nicht, hat weitreichende Folgen. Sowohl für das Unternehmen, aber auch für die persönliche Entwicklung der Kandidat:innen. Fehlentscheidungen sind letztendlich für beide Seiten fatal. Genau diese Verantwortung mit Sorgfalt und Menschlichkeit zu verbinden, das begeistert mich.“

Simone Weihrauch: „Seit fast 14 Jahren betreue ich Kunden im Diagnostikbereich. Besonders schätze ich den täglichen Austausch mit meinen vielen Kund:innen, die sich ernsthaft für die berufliche Zukunft junger Menschen einsetzen, wertschätzend und wachstumsorientiert. Dieses Engagement zu spüren, das gibt mir ein gutes Gefühl, auch mit Blick auf unsere Gesellschaft insgesamt.“

„Fallen euch besondere Erlebnisse ein, die in Erinnerung geblieben sind oder eure Arbeit geprägt haben?“

Susanne Sayer: „Einer meiner ersten, inzwischen sehr langjährigen Kunden war grundsätzlich aufgeschlossen für Eignungsdiagnostik, setzte aber für alle Bewerbenden die gleichen Verfahren ein und ganz ohne Anforderungsorientierung. Gemeinsam haben wir alle Bereiche separat betrachtet und unter die Lupe genommen, unabhängig davon, ob es um kaufmännische Rollen, gewerblich-technische Berufe oder duale Studiengänge ging. Wir haben einen echten Perspektivwechsel eingeleitet und uns jede Job-Family im Detail angesehen: Welche Kompetenzen sind wirklich erfolgskritisch? Welche Potenziale brauchen wir? Und wie können wir diese valide, fair und effizient messen?

Wir haben für jeden Bereich maßgeschneiderte Verfahren entwickelt und im Laufe der Jahre zusätzlich die Prozesse optimiert und intelligent miteinander verknüpft. Das Ergebnis ist ein strategisches Auswahlkonzept, was eine höhere Trefferquote, mehr Sicherheit in den Entscheidungen und vor allem eine ganz neue Qualität an Zufriedenheit für den Kunden bringt. Genau solche Projekte treiben mich an und bleiben in Erinnerung.“

Simone Weihrauch: „Ja, da gibt es tatsächlich ein Erlebnis, das mir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben ist, vor allem, weil es gezeigt hat, wie stark wir als Team zusammenhalten. Vor einigen Jahren wurden Auswahlverfahren oft noch regelmäßiger in Präsenz durchgeführt, mit entsprechend hohem organisatorischem Aufwand für alle Beteiligten. Eines Nachmittags erhielt ich völlig unerwartet einen Anruf von einer Behörde aus dem Rhein-Main-Gebiet. Dort hatte man bereits jeweils ca. 35 Bewerber:innen für die beiden folgenden Tage eingeladen, als kurzfristig die Nachricht kam, dass der beauftragte Dienstleister aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen ausfiel. Ein Backup gab es nicht. Die Frage war: „Frau Weihrauch, können Sie einspringen?“ und dass nur wenige Stunden vor Beginn. Am nächsten Morgen um 8:00 Uhr sollte es losgehen. Wir trommelten sofort unser Team zusammen und bereiteten bis in die Abendstunden alles vor. Am nächsten Morgen brachen wir um 6:00 Uhr zu dritt auf und führten das Verfahren durch. Am darauffolgenden Tag noch einmal. Es war aufregend, anstrengend und fordernd, für uns ebenso wie vermutlich für den Kunden. Aber wir haben es geschafft! Mit einem richtig guten Gefühl sind wir nach Hause gefahren. Diese Aktion hat uns nicht nur erneut als Team zusammengeschweißt, sondern auch einen sehr zufriedenen Kunden beschert. Seitdem nutzt er unser Online-Verfahren, schätzt unsere Arbeit sehr und hat uns bereits mehrfach weiterempfohlen. Auch wenn wir nach den beiden Auswahltagen ziemlich erschöpft waren, hat uns dieses Erlebnis unglaublich viel Energie gegeben!“

„Welches Missverständnis begegnet euch im Zusammenhang mit Eignungsdiagnostik besonders häufig?“

Victoria Trinks: „Viele denken bei dem Thema Eignungsdiagnostik, dass es rein um das „Aussieben“ von Kandidat:innen geht. Dabei geht es uns genau um das Gegenteil: Wir wollen differenzieren, Stärken sichtbar machen und Entwicklungsfelder aufzeigen, Entscheidungen auf eine solide und faire Basis stellen und die Erkenntnisse für die weitere Entwicklung und Begleitung nutzen. Dabei geht es nicht darum, den Prozess unpersönlich zu machen, sondern fair und transparent zu gestalten, um zudem menschliche Beobachtungsfehler, wie z.B. den Primacy- oder den Halo-Effekt zu reduzieren.

„Welche Rolle wird Eignungsdiagnostik aus eurer Sicht in Zukunft spielen?“

Michaela Harbich: „Eignungsdiagnostik ist schon jetzt bei vielen Kunden weit mehr als ein reines Auswahlverfahren. Viele Unternehmen nutzen diagnostische Instrumente heute schon für individuelle Mitarbeiterentwicklung und -bindung. In diesem Zusammenhang ist es dann passender von Entwicklungs- oder Potenzialanalysen zu sprechen. Letztlich werden aber dieselben Instrumente und Methoden – wie strukturierte Interviews, Tests und Fragebögen verwendet.

Diagnostische Ergebnisse helfen, Beobachtungen aus dem Arbeitsalltag besser einzuordnen und Missverständnisse zu vermeiden. So können vermeintliche Motivationsprobleme beispielsweise als Ausdruck bestimmter Persönlichkeitsmerkmale verstanden werden. Auf Basis dessen kann gezielter reflektiert und durch passende Entwicklungsmaßnahmen unterstützt werden. Eignungsdiagnostik entwickelt sich immer mehr zu einem strategischen Instrument der Personalentwicklung – z.B. auch im Ausbildungsbereich.

Ein schönes Beispiel einer Ausbildungsleitung aus unserem interaktivem Workshop „AusbilderIn als Coach“ macht das deutlich: die Teilnehmerin berichtete, dass eine ihrer Auszubildenden gute fachliche Leistungen in einem Projekt zeigte, in diesbezüglichen Meetings aber sehr zurückhaltend war und sich selten aktiv einbrachte. Die KollegInnen und die Ausbildungsleitung interpretierten dies zunächst als mangelnde Motivation und Desinteresse. Ein wissenschaftlich fundierter Persönlichkeits-Motiv-Fragebogen im Rahmen eines Weiterentwicklungsprogramms für die Auszubildenden im zweiten Lehrjahr zeichnete jedoch ein differenzierteres Bild: hohe Leistungsbereitschaft und Offenheit, aber auch Hinweise auf Unsicherheit in sozialen Bewertungssituationen wurden bei der Auszubildenden durch diese Selbsteinschätzung deutlich. Diese Erkenntnis veränderte die Sichtweise der Ausbildungsleitung und die gemeinsame Reflektion und Kommunikation im nächsten Ausbildungsgespräch grundlegend. Gemeinsam wurden konkrete Schritte vereinbart: etwa kleinere Präsentationen im Team und eine Resilienzschulung für den Umgang mit sozialen Stresssituationen. Mit der Zeit gewann die Auszubildende an Sicherheit, übernahm mehr Verantwortung, brachte sich in Besprechungen mit ihren Ideen ein und konnte ihr Potenzial deutlich besser entfalten. Gleichzeitig fühlte sie sich in ihrer Persönlichkeit stärker wahrgenommen.“

Maja Krause: „Ich sehe das auch so und denke, dass Eignungsdiagnostik künftig noch selbstverständlicher entlang des gesamten Employee Lifecycles eingesetzt wird:  nicht nur zur Auswahl, sondern als kontinuierliche Grundlage für Entwicklung, Feedback und Potenzialentfaltung. Richtig eingesetzt schafft sie Transparenz, stärkt die individuelle Förderung und trägt so entscheidend zu langfristiger Mitarbeiterbindung und Unternehmenserfolg bei.“

Möchten Sie mehr Tipps über die diagnostischen Möglichkeiten für Ihre Personalauswahl und -entwicklung erfahren? Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns gerne an!